In den wolkenverhangenen Bergen

16 08 2014

Um an einem Tag zu unserem nächsten Ziel La Fortuna zu gelangen,hieß es wieder früh aufstehen. Wir mussten von Tortuguero zurück nach San Jose, um dort mittags den letzten Bus nach La Fortuna zu erwischen. Bedeutet: Das erste Boot um 5:30h war unser und auf dem gleichen Weg ging es mit Boot-Bus-Bus zurück in die Hauptstadt. (Der Vollständigkeit halber: Es gibt auch einen schnelleren, überteuerten Shuttle.) Dort mussten wir den Busterminal wechseln, was mithilfe eines Taxis auch problemlos klappte.

Am Busterminal wurden wir dann allerdings von einem “Bekannten” unseres Taxifahrers in Empfang genommen, der uns weis machen wollte, dass der Bus nach La Fortuna bereits voll ist, und wir erst wieder am nächsten Morgen fahren oder aber versuchen können, am Busterminal in Flughafennähe einen anderen Bus zu nehmen. Besagter Busterminal ist auch nur 17 km, oder in anderen Worten 30 USD, von hier entfernt und unser Taxifahrer wäre gerne bereit, uns dorthin zu bringen. Achso, natürlich, na klar! Noch ein paar Fragen unsererseits und dann verlor man scheinbar wegen Hoffnungslosigkeit das Interesse an uns und ließ uns aussteigen. Am Fahrkartenschalter war dann keine Rede davon, dass der Bus schon voll sei. In einem halbleeren Bus setzten wir schließlich nach etwas Aufenthaltszeit unseren Trip fort und kamen am späten Nachmittag in La Fortuna an.

P1120654 (600x800)Fortuna liegt am Volcan Arenal und ist der Hauptort in Sachen Tourismus am Vulkan. Selbiger ist zwar noch als aktiv eingestuft, spuckt aber seit 2010 keine Lava mehr, was die Tourismusindustrie etwas beunruhigt, schließlich war der stetige Fluss der Lava vom Gipfel der Grund, den Vulkan zu besuchen. Heute muss man sich nun mit Canopy/ Ziplining, wandern auf den Cerro Chato und im Umfeld des Arenal, baden in diversen heißen Quellen, River Rafting (was aber nicht in der näheren Umgebung statt findet), reiten, etc. begnügen. Sprich, der Ort besteht also hauptsächlich aus Travel Agenturen, Unterkünften, Restaurants und den Läden des Bedarfs für die Costa Ricaner, die sich um die Kirche und den zentralen Park gruppieren. Unser erstes Adventure in den folgenden Tage war das Ziplining, bei dem wir an 12 unterschiedlich langen Kabeln im Urwald durch die Baumkronen glitten. Leider waren wir viel zu schnell, um im Blätterdach Tiere zu erspähen.

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Im Anschluss hatten wir dann noch die Möglichkeit, uns in der Poollandschaft des zugehörigen Resorts auszutoben und ausgiebig die Wasserrutschen zu testen. Smiley

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Der nächste Tag wurde dann anstrengend. Schon am Morgen bei schwülwarmen Temperaturen ging es einen recht ausgetretenen Pfad den Cerro Chato hinauf. Der Weg war steil und vom vielen Regen ausgewaschen. An den besonders steilen Stellen waren entweder morsche man-made Stufen eingelassen oder die Wurzeln der Bäume dienten als Stufen. Alles ziemlich unregelmäßig und an kein Schrittmaß gebunden. Man musste also aufpassen, wo man hintrat. Dankeswerterweise wurde die Luft kühler, um so höher wir kamen, und der Abschnitt im Regenwald war entsprechend beschattet und wir liefen nicht mehr in der prallen Sonne. Nichtsdestotrotz schwitzten wir wie die Schweine bei unserem Aufstieg. Unserem Guide war die Anstrengung nicht im geringsten anzumerken, er hatte genug Puste, um locker mit uns zu quatschen.

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Und das alles nur, um oben am ehemaligen Kraterrand anzukommen und festzustellen, dass durch das Dickicht der Bäume nix zu sehen ist. Also keine weltbewegende Aussicht. Der benachbarte Gipfel des Volcano Arenal verhüllte sich auch mehr in Wolken als alles andere, aber das tut er wahrscheinlich die meiste Zeit des Jahres. P1120760 (800x600)

Blieb also noch das Adventure, zum Kratersee des Cerro Chato “hinabzusteigen”, um vom See ein paar tolle Fotos zu machen. Kommen wir also zum spaßigen Teil des Wanderausflugs: Wir stolperten, hangelten, rutschten einen noch steileren, matschigeren Abhang hinunter zur Lagune. Teilweise ging es nur kletternd an Wurzel und einigen Steinen hinab. Hauptsache wir kommen da auch wieder hoch! Am zweiten Ziel des Tages angekommen, auch hier die kleine Enttäuschung: Ja, ein See mit grünem Wasser. Am Ende des Weges kein, bis wenig Platz für die Handvoll Leute, die sich hier eingefunden hatten, und nicht wirklich ein Fotopanorama. P1120763 (800x600)P1120771 (600x800)

So machten wir uns nach kurzer Zeit wieder an den Aufstieg zum Kraterrand und konnten am oberen Ende gerade noch ein amerikanisches Pärchen davon überzeugen, sich nicht mit dem Kleinkind im Rückentragegestell auf den Weg nach unten zu machen. Somit stellten wir dann fest, dass unser Guide kein schlechter ist, was die Beurteilung von Risiken betrifft. Wir waren also wieder total verschwitzt und völlig dreckig zurück am Gipfel. Der Weg zurück ins Tal war im Vergleich zum Aufstieg jetzt nur noch eine Kleinigkeit, aber wir kamen trotzdem ziemlich geschafft unten an. Hier wartete nun unser Sandwich und die Abkühlung im La Fortuna Wasserfall auf uns. Für das Baden im kalten Fluss unterhalb des 70m hohen Wasserfalls hatten wir dann eine Stunde Zeit. Lang genug, denn es war ein populärer Spot und entsprechend voll, und mehr als ein bißchen Planschen ließ der steinige Fluss auch nicht zu. Nachdem wir dann die zahlreichen Stufen vom Fluss bis zum Parkplatz wieder hoch gelaufen waren, war das Aktivitäten- Programm für heute erledigt.

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Der dritte Tag bestand dann am Vormittag aus Hiking an den Ausläufern des Volcan Arenal. Worauf wir uns da eingelassen hatten, wussten wir nicht so genau, weil es mehrere Gegenden gibt zum Wandern und die Beschreibung im Hostel dürftig war. Unser Guide Jesus vom Vortag leitete auch heute wieder die Tour und neben uns waren noch ein paar andere mit von der Partie. Im Vergleich zum Vortag war es eine echt easy Strecke am Fuße des Vulkans, ohne große Anstiege, wo es hauptsächlich um die Flora ging und die Entstehung der Landschaft um den Vulkan. Trotzdem war es wieder eine schweißtreibende Angelegenheit bei Sonnenschein und hoher Luftfeuchtigkeit.

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Mittags ließen wir uns dann an “Hot Springs” absetzen. Auch diese gehörten zum gebuchten Programm. In der Gegend um den Arenal sind heiße Quellen echt beliebt, so dass die meisten sich inzwischen innerhalb der Mauern von Hotelanlagen befinden, die aber auch Nichtgästen den Zugang gegen Cash erlauben. Die weniger schönen Quellen, die es nicht zum Upgrade geschafft haben, sind weiterhin frei zugänglich. Wir sind bei einer der letztgenannten gelandet, was bei uns (wir waren zu dritt) die Frage hervorrief, ob wir hier denn richtig sind. Denn tatsächlich waren wir an einem Fluss mit dreckigem Ufer direkt an einer Straßenüberführung gelandet. Die Mädels verzichteten somit auf den Badespaß, während ich mir flussaufwärts ein etwas schöneres Fleckchen suchte. Hier war es etwas netter, das Wasser ca. 40 °C warm und für zwanzig Minuten konnte man es aushalten. Da wir aber erst in einer Stunde wieder abgeholt werden sollten, hatten wir drei dann noch viel Zeit zum erzählen am Bushaltehäuschen…

Letzter Programmpunkt unseres All-Inclusive-Packages war dann am Nachmittag der Transport von Fortuna nach Monteverde mit der Bus-Boat-Bus-Combo über die Laguna de Arenal. Ursprünglich war das mal eine Jeep-Boat-Jeep-Tour, was ja nach Abenteuer klingt, aber da waren die Straßen wohl noch schlechter. So tuckerten wir über die Laguna, die eigentlich der größte und einzige Stausee in Costa Rica ist, und im Anschluss legten wir den abenteuerlichen Landweg zurück (die Schotterstraße ist eigentlich zu steil für die Motorleistung des Busses!), bis wir in Monteverde im Regen ankamen. Hier war es nun also nicht nur wolkenverhangen, sondern es goss in Strömen  und aufgrund der Höhe war es auch ganz schön frisch.

Monteverde und St. Elena sind zwei abgeschiedene Bergdörfer in den Bergen Costa Ricas. Wie abgeschieden merkten wir erst bei unserer Abreise, als wir den Bus um 6.00 Uhr Richtung Interamericana nahmen und es Stunden dauerte bis wir (wieder) über Schotterstraßen dort ankamen, um dann weiter Richtung Playas del Coco zu fahren.

In Monteverde ist der “Cloud Forest” das Ziel. Die meisten Besucher zieht es in dieses Schutzgebiet, welches dann überlaufen sein kann und deshalb sind wir in das kleinere Schutzgebiet Curi-Cancha ausgewichen. Da es während unseres Besuchs am frühen Morgen regnete, haben wir leider nicht so viele Tiere vor die Linse bekommen. Bei uns reichte es dann zu verschiedenen Kolibris, einem Nasenbären in der Ferne, einer Horde Nasenbären, Schmetterlingen, als das Wetter endlich besser wurde, und Leguanen. An diesem grauen regnerischen Vormittag konnten wir aber richtig gut beobachten, was “Wolkenwald” meint, denn zahlreiche Wolken zogen von der karibischen Seite her die Berge hinauf und regneten sich hier an den Berggipfeln ab. Brrrr, Herbstwetter. P1120819 (800x600)P1120845 (600x800)P1120847 (800x600)P1120853 (800x600)P1120854 (600x800)P1120862 (800x600)

Anschließend ließen wir uns im Froschzoo in einer geführten Tour die Costa Ricanischen Frösche und Kröten zeigen und erklären, und da wir Dank des Guides nun wussten, wie die Frösche aussehen und wo sie sich in den Terrarien verstecken, kamen wir am Abend noch einmal wieder, denn dann sind die Amphibien aktiver und leichter auszumachen. Der zweite Besuch war ein Heidenspaß. Wie viele Tiere doch auf einmal in den einzelnen Terrarien zu finden waren!

"Bluejeans" Frosch

„Bluejeans“ Frosch

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Costa-Rica-Laubfrosch (Masken-Laubfrosch)

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Rufous-eyed Stream Frog

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Rotaugenlaubfrosch

Suchbild

Suchbild

CIMG0744In Monteverde kann man auch wieder an zahlreichen Ziplines durch den Dschungel gleiten. Scheint ne große Nummer in Costa Rica zu sein… Hatten wir ja nun gerade schon gemacht und somit entschieden wir uns am nächsten Tag für eine Canyoning- Tour, wobei der höchste Wasserfall, den wir uns abseilten, 40 m hoch sein sollte. (Wie sie darauf kommen, weiß ich nicht, aber mein Augenmaß sagte mir, er ist nicht so hoch.) Mit Klettergurt und Helm ausgestattet, hatten wir gute 1/1/2 Stunden nassen Spaß im kalten Wasser und mussten insgesamt sechs Wasserfälle, doppelt gesichert am Seil, hinabklettern. Das letzte Seil war dann so kurz, dass man gezwungener Maßen in den Pool unterhalb des Wasserfall fiel und komplett nass wurde. Die Schrecksekunde hatte aber nur derjenige, der zuerst das Seil hinunter mussteSmiley!



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